Transporttipps
Ladungssicherung im LKW: was Versender wissen müssen
von Marco Vollmuth · 2. August 2026
Ladungssicherung klingt nach einem Thema für Fahrer. Für Versender ist sie es genauso, denn das Gesetz teilt die Verantwortung: Nach § 412 HGB hat der Absender die Ware beförderungssicher zu verladen, also so verpackt und gepackt, dass sie den normalen Transport übersteht. Der Frachtführer schuldet die betriebssichere Verladung, also die Sicherung im Fahrzeug. Kippt eine Palette, weil sie in sich instabil gepackt war, liegt das Problem beim Absender, nicht beim Fahrer.
Mit welchen Kräften du rechnen musst
Die Richtwerte der Ladungssicherung nach VDI 2700: Bei einer Vollbremsung wirken nach vorn bis zu 0,8 g, also 80 Prozent des Ladungsgewichts. Zur Seite und nach hinten sind es je 0,5 g. Eine Palette mit 500 Kilogramm schiebt beim Bremsen demnach mit bis zu 400 Kilogramm gegen das, was vor ihr steht. Deshalb reicht „steht doch gut" nicht: Was nicht gesichert ist, bewegt sich, und was sich bewegt, beschädigt sich und anderes.
Die zwei Prinzipien
Formschluss heißt lückenlos laden: Die Ladung stützt sich gegen Stirnwand, Seitenwände oder benachbarte Paletten, Lücken werden mit Leerpaletten oder Polstern gefüllt. Kraftschluss heißt niederzurren: Spanngurte pressen die Ladung auf die Ladefläche und erhöhen die Reibung, Antirutschmatten verstärken den Effekt deutlich. Im Stückgutverkehr wird beides kombiniert, und die Grundlage liefert der Versender: eine Palette, auf der nichts übersteht, nichts wackelt und die Folie bis um die Palettenbretter reicht.
Was das für deine Sendung heißt
Im Sammelgut sichert der Fahrer deine Palette im Fahrzeug, aber er kann nur sichern, was in sich stabil ist. Die drei Punkte, die dabei am häufigsten schiefgehen: überstehende Ware, die keine gerade Kante zum Anstellen bietet, kopflastige Packstücke, die beim Zurren kippen, und lose Folie, die nicht mit der Palette verbunden ist. Wie du das vermeidest, steht Schritt für Schritt in unseren Verpackungstipps.
Bei einer Komplettladung lädt oft dein eigenes Personal. Dann gilt: schwere Ware nach unten und über die Achsen verteilen, Lücken schließen, und die Gurte über Kantenschutz führen, damit sie weder Ware noch sich selbst beschädigen. Wenn der Fahrer auf zusätzliche Sicherung besteht, ist das kein Übereifer. Er haftet für die Betriebssicherheit, und kontrolliert wird auf der Straße er.
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